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Vorstellung der Gruppe

Wir arbeiten als Gruppe von Ehrenamtlichen seit 1994 zur Situation von MigrantInnen und Flüchtlingen in der Abschiebehaft in Berlin. Schwerpunkt unserer Tätigkeit sind die Besuche bei den Gefangenen. Politisch fordern wir die sofortige Abschaffung des Abschiebesystems.

Die Geschichte und die Situation jedes Gefangenen ist sehr unterschiedlich. Bei den Besuchen ist es unser Ziel, die Menschen in ihrer schwierigen Lage zu unterstützen. Wir hören zu und versuchen, den Inhaftierten, die sich oft ohnmächtig fühlen, deutlich zu machen, dass sich jemand für ihr Schicksal interessiert. Wir bemühen uns, die rechtliche Situation zu klären, und helfen, indem wir z.B. Verfahrensabläufe besprechen, Briefe von Behörden gemeinam durchgehen oder Haftbeschlüsse in eine für den Inhaftierten verständliche Sprache übersetzen. Im Falle einer Entlassung unterstützen wir die Betroffenen in den ersten Tagen bei der Suche nach Unterkunft und bei Behördengängen.

Was wir von den Inhaftierten erfahren und bei den Besuchen selbst erleben, wollen wir nicht nur für uns behalten. Auf Veranstaltungen und durch die Medien klären wir über das System der Abschiebehaft auf. Mit Forderungen an die Verantwortlichen in Verwaltung und Politik versuchen wir, den Missständen in der Abschiebehaft zu begegnen. Dies bedeutet nicht, dass wir die Abschiebehaft akzeptieren, denn grundsätzlich treten wir für die Abschaffung der Abschiebehaft ein und wenden uns gegen Abschiebungen. Bei Vorfällen und Widerstandsaktionen im Knast versuchen wir Vermittler von Informationen und Kontakten zwischen den Inhaftierten und interessierter Öffentlichkeit zu sein, z.B. als Ansprechpartner für Medien oder engagierte Organisationen.

Wir sehen uns als Anlauf- sowie Informationsstelle zur Arbeit gegen das Konzept von Haft und Abschiebung. In bundesweiter Vernetzung mit anderen Abschiebehaftgruppen versuchen wir durch Kundgebungen, Demonstrationen und weitere Aktionen eine größere Öffentlichkeit für unser Anliegen zu gewinnen. Im Rahmen unserer Arbeit entstanden Projekte wie das Schulprogramm » Sichtbar Werden oder die Ausstellung » Auf gepackten Koffern. Mit »Sichtbar Werden« können wir an Schulen gehen, um über das Ausländerrecht, über das Leben von Menschen ohne Aufenthaltsrecht und über Abschiebung und Abchiebehaft in Deutschland zu informieren. »Auf gepackten Koffern« ist eine Wanderausstellung, die, basierend auf Interviews mit Flüchtlingen, vom tiefen Einschnitt in das Leben von Menschen berichtet, den die Abschiebehaft für alle Betroffenen bedeutet.