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Unterstützung in der Haft

In der Abschiebehaft gibt es polizeiliche Sozialarbeiter/-innen und einen polizeiärztlichen Dienst. Unabhängige Unterstützung bietet die Rechtsberatung des Republikanischen Anwältinnen- und Anwältevereins, die Seelsorger-/innen und die Initiative gegen Abschiebehaft

Polizeiliche Sozialarbeit
In der Abschiebehaft gibt es Sozialarbeiter/-innen, an denen die Inhaftierten sich bei Problemen wenden können. Die Sozialarbeit/-innen sind polizeiliche Mitarbeiter/-innen, die ihre Informationen an die Ausländerbehörde weiterleiten. Sie können aber in manchen Fällen behilflich sein, zum Beispiel bei Verlust der Wohnung, Sorgerecht etc.

Ärztliche Versorgung
Bei gesundheitlichen Problemen wie Schmerzen, Schlaflosigkeit, Übelkeit oder anderen Beschwerden ist der polizeiärztliche Dienst der Abschiebehaft zuständig. Bei schweren Krankheiten werden die Inhaftierten ins Haftkrankenhaus in Moabit verlegt. Wenn ihre gesundheitliche Situation sich gebessert hat, werden sie wieder zurück in die Abschiebehaft gebracht. Es gibt in der Abschiebehaft auch eine Polizeipsychologin, die bei psychischen Problemen hinzugezogen wird und Hilfe leisten kann. Das ärztliche Personal sind alle Polizeibeamtinnen und -beamte, ihre Informationen werden an die Ausländerbehörde weitergeleitet. Vom Flüchtlingsrat und anderen Initiativen wird schon lange eine unabhängige ärztliche Versorgung gefordert, aber bisher erfolglos.

Rechtsberatung in der Haft
Es gibt in der Abschiebehaft jeden Mittwoch eine kostenlose Beratung von wechselnden AnwältInnen, organisiert vom Republikanischen Anwältinnen- und Anwälteverein, die allerdings nur eine kostenlose Erstberatung geben können. Bei den Sozialarbeiter/innen in der Abschiebehaft kann jeder Häftling um einen Termin für die Rechtsberatung bitten. Es ist sehr zu empfehlen, mit dieseN oder eineN andereN, auf Ausländerrecht spezialisierteN und engagierte AnwältIn Kontakt aufzunehmen, da die kostenlose Beratung oft hilfreich ist, aber meistens nicht ausreicht. Siehe unsere » Liste mit Rechtsanwälten und Anwältinnen.

Rechtshilfefonds
In Härtefällen kann über den Jesuiten-Flüchtlingsdienst ein Antrag beim Rechtshilfefonds zur Zahlung der Anwaltskosten gestellt werden. Diesen Antrag hat nur bei sehr schwierigen Fällen eine Chance, z.B. bei Familien mit minderjährigen Kindern, schwangeren Frauen, kranken Personen, Personen die mehr als drei Monate in der Abschiebehaft sind und alten Menschen. Ein » Faltblatt beschreibt die Aufgabe des Rechtshilfefonds näher.

Seelsorger und Seelsorgerinnen
Es gibt in der Abschiebehaft mehrere Seelsorger und Seelsorgerinnen. Alle Glaubensrichtungen sind vertreten. Die Seelsorger/-innen können die Inhaftierten jederzeit auf ihren Zellen besuchen und bieten seelsorgerliche und soziale Unterstützung. Es gibt einen Imam, einen evangelischen Pfarrer und einen katholischen Jesuit für die Männer und eine evangelische Pfarrerin für die Frauen. Einmal pro Woche wird für die Insassen ein ökumenischer Gottesdienstin der Abschiebehaft gehalten.

Initiative gegen Abschiebehaft
Die Mitglieder der Initiative besuchen auf Wunsch Personen in der Abschiebehaft. Für konkrete Fragen, können Sie gerne zu einem unserer regelmäßigen Treffen kommen oder Ihr Anliegen auf unserem Antwortbeantworter (Tel-nr. 030 - 41 700 915) hinterlassen. Durch unsere langjährige Erfahrung haben wir viel Wissen gewonnen, welches wir gerne weitergeben. Wir können vermitteln zwischen den Inhaftierten, Instanzen und Rechtsanwälte/-innen. Für mehr Information siehe » Vorstellung der Gruppe.